ALLGEMEINE GESCHÄFTSBEDINGUNGEN
Personalvermittlung · Executive Search · Exklusivmandate
CHE-338.719.070 · Schilling Consulting
1. Geltungsbereich und Vertragsschluss
Diese AGB gelten für sämtliche nationalen und internationalen Personalvermittlungen, Executive-Search-Leistungen sowie vereinbarten Such- und Beratungsmandate von Schilling Consulting (nachfolgend «Schilling Consulting») gegenüber Unternehmen und anderen geschäftlichen Auftraggebern.
Ein Vermittlungsvertrag entsteht durch ausdrückliche oder nachweisbare stillschweigende Annahme der angebotenen Leistungen und der wirksam einbezogenen AGB. Die Annahme kann insbesondere schriftlich, per E-Mail oder durch die nachweisbare Inanspruchnahme von Vermittlungsleistungen in Kenntnis der Bedingungen erfolgen. Der blosse Erhalt eines unaufgefordert zugestellten Kandidatendossiers begründet keinen Vertrag.
Ein Erfolgshonorar setzt einen gültigen Vermittlungsvertrag sowie einen für die spätere Anstellung ursächlichen Vermittlungsbeitrag voraus. Der Nachweis einer konkreten Anstellungsmöglichkeit kann genügen; eine Mitwirkung an Vertragsverhandlungen oder am Vorstellungsgespräch ist nicht erforderlich.
2. Erfolgshonorare und Berechnungsgrundlage
Für erfolgreiche Vermittlungen gelten folgende Honorarsätze, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wurde:
| Jahresbruttozielvergütung | Mit Rückerstattung | Ohne Rückerstattung | Exklusivmandat |
|---|---|---|---|
| Bis CHF 90’000 | 15 % | 12 % | 12 % |
| Über CHF 90’000 bis CHF 140’000 | 20 % | 17 % | 17 % |
| Über CHF 140’000 | 25 % | 22 % | 22 % |
Die Jahresbruttozielvergütung umfasst den vertraglich vereinbarten Jahresgrundlohn einschliesslich 13. Monatslohn sowie bezifferbare Zielboni und Provisionen. Spesenersatz wird nicht berücksichtigt.
Bei Teilzeitanstellungen bildet grundsätzlich die tatsächlich vereinbarte Jahresbruttozielvergütung die Berechnungsgrundlage. Eine Hochrechnung auf 100 % erfolgt ausschliesslich bei vorgängiger ausdrücklicher Vereinbarung. Bei befristeten Arbeitsverhältnissen erfolgt keine automatische zeitanteilige Honorarkürzung.
Das Modell ohne Rückerstattung bedarf einer ausdrücklichen Vereinbarung. Sämtliche Erfolgshonorare verstehen sich zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer.
3. Exklusivmandat
Ein Exklusivmandat wird für eine bestimmte Vakanz vereinbart. Das Grundhonorar beträgt CHF 1’500 inklusive Mehrwertsteuer. Das Mandat wird mit Zahlungseingang aktiviert und dauert grundsätzlich 30 Tage, sofern keine andere Dauer vereinbart wird.
Das Grundhonorar vergütet die vereinbarten Suchleistungen und ist grundsätzlich nicht rückerstattbar. Bei erfolgreichem Stellenantritt einer im Rahmen des Mandats vermittelten Person wird es auf das entsprechende Erfolgshonorar angerechnet.
Zusätzliche Suchleistungen sind nur bei vorgängiger Zustimmung des Auftraggebers kostenpflichtig. Vereinbarte Zusatzsuchhonorare werden zusammen mit dem Grundhonorar bis zu insgesamt 5 % der massgebenden Jahresbruttozielvergütung auf das Erfolgshonorar angerechnet.
Während der Exklusivdauer beauftragt der Auftraggeber für dieselbe Vakanz keine weiteren externen Personalvermittlungen. Eigene Stellenausschreibungen und unabhängig eingehende Direktbewerbungen bleiben zulässig.
Für eine unabhängig von Schilling Consulting erfolgte Eigenbesetzung entsteht nur dann ein Honoraranspruch, wenn dies vorgängig ausdrücklich vereinbart wurde. Die Exklusivität allein begründet keinen Anspruch auf ein Erfolgshonorar bei Eigenbesetzung.
4. Kandidatenvorstellung und Vermittlungsschutz
Von Schilling Consulting nachweisbar vorgestellte Kandidatinnen und Kandidaten unterliegen während zwölf Monaten ab dokumentierter Vorstellung dem vereinbarten Vermittlungsschutz.
Kommt innerhalb dieser Frist aufgrund der Vorstellung oder eines anderen ursächlichen Vermittlungsbeitrags ein Arbeitsvertrag zustande, bleibt der vertragliche Honoraranspruch bestehen, auch wenn die spätere Kontaktaufnahme, Bewerbung oder Vertragsverhandlung direkt zwischen Auftraggeber und Kandidatin beziehungsweise Kandidat erfolgt.
Dies gilt entsprechend bei einer anderen Funktion oder einer Anstellung bei einem verbundenen Unternehmen, sofern der erforderliche Vermittlungszusammenhang besteht und der Auftraggeber nach den vertraglichen und gesetzlichen Voraussetzungen dafür einzustehen hat.
Eine anonymisierte Vorstellung kann den Vermittlungsschutz begründen, wenn die vorgestellte Person später eindeutig zugeordnet werden kann und die Vorstellung für die Anstellung ursächlich war.
Bereits bestehende, unabhängig entstandene Kontakte oder laufende Auswahlverfahren sind Schilling Consulting möglichst innert fünf Arbeitstagen nach der Vorstellung mitzuteilen. Eine nachweislich unabhängige Anstellung begründet keinen Erfolgshonoraranspruch.
Die Weitergabe von Kandidateninformationen an verbundene Unternehmen oder Dritte darf nicht zur Umgehung eines bestehenden vertraglichen Honoraranspruchs verwendet werden. Eine selbständige Zahlungspflicht Dritter entsteht dadurch nicht ohne entsprechende Rechtsgrundlage.
5. Besondere Vermittlungsformen
Diese AGB gelten sinngemäss auch für die Vermittlung von Führungskräften, Geschäftsleitungsmitgliedern, Counsel-, Partner- und vergleichbaren Positionen, soweit diese Leistungen Gegenstand des vereinbarten Auftrags sind.
Bei selbständiger Tätigkeit, Beteiligungsmodellen, Organfunktionen oder anderen Vergütungsformen ohne bestimmbaren Jahreslohn wird die Honorargrundlage vorgängig individuell vereinbart.
Für besonders spezialisierte oder leitende Positionen kann eine verlängerte Vermittlungsschutzfrist von höchstens 24 Monaten ausdrücklich vereinbart werden, soweit rechtlich zulässig.
Try & Hire, Payrolling und vergleichbare Dienstleistungen über Partnerunternehmen unterliegen ergänzenden, vorgängig vereinbarten Bedingungen.
6. Rückerstattung des Erfolgshonorars
Sofern das Modell mit Rückerstattung vereinbart wurde, gelten folgende Rückerstattungssätze:
| Ereignis | Rückerstattung |
|---|---|
| Nichtantritt der vereinbarten Stelle | 95 % |
| Beendigung im ersten Beschäftigungsmonat | 50 % |
| Beendigung im zweiten Beschäftigungsmonat | 25 % |
| Beendigung im dritten Beschäftigungsmonat | 10 % |
| Beendigung nach dem dritten Monat | Keine |
Die Rückerstattung gilt bei Nichtantritt, Eigenkündigung der vermittelten Person oder Beendigung des Arbeitsverhältnisses wegen nachgewiesener mangelnder Eignung.
Sie entfällt insbesondere bei Stellenabbau, Reorganisation, wesentlichen Änderungen der vereinbarten Arbeitsbedingungen oder Vertragsverletzungen des Auftraggebers, soweit diese für die Beendigung ursächlich sind.
Ein Rückerstattungsfall ist Schilling Consulting innert 14 Kalendertagen nach Kenntnis schriftlich mitzuteilen und auf begründetes Verlangen zu belegen.
Berechtigte Rückerstattungen erfolgen grundsätzlich innerhalb von 30 Tagen nach Prüfung der Voraussetzungen.
Das Grundhonorar für Exklusivmandate und genehmigte Suchkosten sind nicht rückerstattbar. Nach erfolgtem Stellenantritt bezieht sich die Rückerstattung ausschliesslich auf das zusätzlich bezahlte Netto-Erfolgshonorar. Zwingende gesetzliche Ansprüche bleiben vorbehalten.
7. Informationspflichten und Honorarabrechnung
Der Auftraggeber informiert Schilling Consulting zeitnah über Vorstellungsgespräche, Stellenangebote, Vertragsabschlüsse, Stellenantritte und andere für die Vermittlung wesentliche Entwicklungen.
Bei einer erfolgreichen Vermittlung teilt der Auftraggeber die für die Honorarberechnung erforderlichen Angaben mit, insbesondere Funktion, Arbeitspensum, Vertragsbeginn, Jahresbruttozielvergütung und vereinbarte variable Vergütungsbestandteile.
Fehlen erforderliche Angaben zu einem bereits dem Grunde nach bestehenden Honoraranspruch trotz schriftlicher Aufforderung länger als zwei Arbeitstage, darf Schilling Consulting eine vorläufige, widerlegbare Berechnung anhand verfügbarer Informationen vornehmen. Nach Vorlage der tatsächlichen Angaben wird die Abrechnung entsprechend berichtigt.
Auf begründete Anfrage bestätigt der Auftraggeber, ob eine vorgestellte Person während der vereinbarten Schutzfrist eingestellt oder anderweitig vertraglich verpflichtet wurde, soweit die Auskunft rechtlich zulässig und für die Prüfung eines möglichen Honoraranspruchs erforderlich ist.
8. Vertraulichkeit und Datenschutz
Kandidatenprofile, Lebensläufe, Bewerbungsunterlagen sowie nicht öffentliche Informationen über Auftraggeber und Vakanzen werden vertraulich und ausschliesslich für den vereinbarten Vermittlungs- und Auswahlprozess verwendet.
Schilling Consulting stellt Kandidatinnen und Kandidaten grundsätzlich zunächst anhand anonymisierter Profile vor. Identifizierende Unterlagen können auch direkt übermittelt werden, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen einschliesslich erforderlicher Informationen und Einwilligungen erfüllt sind.
Der Auftraggeber schützt erhaltene Kandidatendaten vor unberechtigtem Zugriff und verwendet sie nicht für andere Zwecke. Eine Weitergabe an Dritte oder verbundene Unternehmen setzt eine zulässige Grundlage voraus.
Bewerbungsunterlagen werden nach Wegfall des zulässigen Bearbeitungszwecks gelöscht oder anonymisiert, soweit keine rechtlich zulässigen Aufbewahrungsgründe bestehen.
Die Kontaktaufnahme mit aktuellen Arbeitgebern oder das Einholen von Referenzen erfolgt nur unter Beachtung der erforderlichen Zustimmung der betroffenen Person.
Beide Parteien beachten das schweizerische Datenschutzgesetz und die besonderen Vorschriften der privaten Arbeitsvermittlung. Ergänzend gilt die Datenschutzerklärung von Schilling Consulting.
Für Kandidatinnen und Kandidaten ist die Personalvermittlung kostenlos.
9. Sorgfalt, Haftung, Fälligkeit und Zahlung
Schilling Consulting erbringt ihre Leistungen mit angemessener Sorgfalt. Da die Vermittlung von Entscheidungen und dem Verhalten beteiligter Personen abhängt, besteht keine Garantie für eine bestimmte Anzahl von Kandidaten, einen erfolgreichen Vertragsabschluss, den Stellenantritt, die Beschäftigungsdauer oder die zukünftige Leistung vermittelter Personen.
Kandidatinnen und Kandidaten können eine Bewerbung zurückziehen oder ein Angebot ablehnen. Daraus entsteht für sich allein kein Erfolgshonorar. Ein bereits rechtsgültig entstandener Honoraranspruch bleibt vorbehalten.
Die fachliche und persönliche Eignungsprüfung sowie die Entscheidung über die Anstellung obliegen dem Auftraggeber.
Eine Haftung von Schilling Consulting für nicht garantierte Vermittlungsergebnisse oder das spätere Verhalten vermittelter Personen wird im gesetzlich zulässigen Umfang ausgeschlossen. Die Haftung für rechtswidrige Absicht und grobe Fahrlässigkeit sowie weitere zwingende gesetzliche Haftungstatbestände bleibt unberührt.
Der Honoraranspruch entsteht mit Abschluss des massgebenden Arbeits- oder anderen vermittelten Vertrags, sofern die Voraussetzungen des Vermittlungsvertrags erfüllt sind und nichts anderes vereinbart wurde.
Rechnungen sind innert zehn Kalendertagen nach Rechnungsstellung zahlbar. Bei Zahlungsverzug gilt ein Verzugszins von 5 % jährlich, soweit gesetzlich zulässig. Kostenpflichtige Zusatzleistungen bedürfen der vorgängigen Zustimmung des Auftraggebers.
10. Schlussbestimmungen
Individuelle schriftliche oder anderweitig nachweisbar vereinbarte Vertragsbedingungen gehen diesen AGB vor.
Abweichende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Auftraggebers gelten nur, soweit Schilling Consulting deren Geltung ausdrücklich akzeptiert hat.
Massgebend ist die bei Vertragsschluss wirksam einbezogene Fassung dieser AGB. Spätere Änderungen berühren bereits entstandene Rechte und Ansprüche nicht.
Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam oder undurchsetzbar sein, bleiben die übrigen Bestimmungen im gesetzlich zulässigen Umfang bestehen.
Es gilt schweizerisches Recht. Soweit gesetzlich zulässig, ist Winterthur, Schweiz, Gerichtsstand. Zwingende gesetzliche Gerichtsstände bleiben vorbehalten.
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